Zwischen Fels, Wasser und Glas

• Bauherr: Zoologischer Garten Berlin AG
• Bruttogrundfläche: ca. 3.500m²
• Leistung: Landschaftsarchitektur Lph 1-8 (9)
• Zeitraum: Mai 2012 - Juli 2013

Unser Büro erhielt die Aufgabe, ein neues, zeitgemäßes Gesamtkonzept für die kleinteiligen Bestandsanlagen der sogenannten Tropen-, Lippen- und Kragenbären zu entwickeln. Im Spannungsfeld zwischen Bestand und moderner Tierhaltung entstanden drei neue, großzügig gestaltete Freigehege, die unter Berücksichtigung zoologischer Anforderungen neu interpretiert und um rund ein Drittel erweitert wurden. Eine filigrane Kombination aus Glas- und Stahlelementen bildet dabei die neue, transparente Einfriedung und prägt die architektonische Erscheinung der Anlagen.

Die bestehenden Betonwassergräben, die zuvor primär der funktionalen Trennung zwischen Tier und Besucher dienten, wurden zugunsten einer deutlichen Vergrößerung der nutzbaren Freiflächen zurückgebaut und behutsam verfüllt. Dadurch entsteht mehr Raum für Bewegung, Rückzug und natürliche Verhaltensweisen der Tiere.

Ein Teil der vorhandenen Natursteinfelsformationen konnte in das neue Gestaltungskonzept integriert werden und verleiht den Anlagen eine gewachsene, landschaftliche Struktur. Ergänzt wird das Terrain durch vielfältige Klettermöglichkeiten, die den natürlichen Lebensraum der Bären nachempfinden und eine artgerechte Beschäftigung fördern.

Großzügige, naturnah gestaltete Wasserbecken mit ausgefeilter Filtertechnik bieten den Tieren darüber hinaus Abkühlung und Abwechslung, insbesondere während der warmen Sommermonate, und tragen wesentlich zur Steigerung des Tierwohls bei.

Die neue Einfriedung der Gehege wird durch eine bis zu fünf Meter hohe Stahl-Glas-Konstruktion gebildet, die eine außergewöhnlich unmittelbare Nähe zwischen Besucher und Tier ermöglicht und gleichzeitig durch ihre Transparenz sowie technische Ausgestaltung eine deutliche Reduzierung von Störgeräuschen bewirkt.

Die besondere Herausforderung der Planung lag in der sensiblen Integration der vorhandenen Strukturen in ein neues Gesamtkonzept, das den hohen Anforderungen moderner, artgerechter Tierhaltung gerecht wird und zugleich den Charakter des Bestands respektvoll weiterentwickelt.