Das Vivantes Klinikum im Friedrichshain zählt zu den ältesten städtischen Krankenhäusern Berlins. Mit seiner historisch gewachsenen, teils denkmalgeschützten Gebäudestruktur verbindet der Standort heute medizinische Spitzenversorgung mit einer einzigartigen baulichen Identität. Als eines der zentralen Notfall- und Maximalversorgungszentren der Hauptstadt übernimmt das Klinikum eine herausragende Rolle in der Berliner Gesundheitslandschaft.
Im Zuge der umfassenden strukturellen Neuordnung des Gesamtstandorts lag der Fokus unseres Büros auf der Neuorganisation medizinischer Funktionsbereiche sowie der funktionalen Zusammenführung komplexer Versorgungseinheiten. Ziel war es, Abläufe zu optimieren, Wege zu verkürzen und die Leistungsfähigkeit des Standorts nachhaltig zu stärken.
Eine der ersten zentralen Maßnahmen stellte der Neubau eines hochmodernen Untersuchungs- und Behandlungstraktes dar. Dieser vereint sämtliche diagnostischen und therapeutischen Bereiche und umfasst einen OP-Komplex mit acht Operationssälen, umfangreiche Laborbereiche sowie eine Intensivstation mit 13 chirurgischen Betten. Gleichzeitig wurde die Rettungsstelle erweitert, um dem deutlich gestiegenen Patientenaufkommen effizient und zukunftssicher zu begegnen.
Im weiteren Verlauf folgte die Realisierung der Strahlentherapie mit zwei Linearbeschleunigern und einem CT. Hierfür entstand ein eingeschossiger, teilunterkellerter Neubau (Haus 16.6) in sensibler innerstädtischer Lage zwischen bestehenden Gebäudestrukturen. Durch ein verbindendes Bauwerk wurde zudem eine funktionale Anbindung an Haus 16.3 geschaffen, welches im Zuge der Maßnahme ebenfalls umfassend umgebaut wurde.
Die technischen Anforderungen dieses Bauabschnitts waren außergewöhnlich hoch: Aufgrund der extremen Lasten der Linearbeschleuniger – mit Türgewichten von rund 28 Tonnen – wurden hochspezialisierte Schwerbetonarbeiten mit Wand- und Deckenstärken von bis zu 1,90 Metern erforderlich. Die Bunkerbereiche entsprechen damit konstruktiv dem Gewicht eines mehrgeschossigen Gebäudes auf identischer Grundfläche.
Als weitere großmaßstäbliche Erweiterung wurden zwei sechsgeschossige Neubauten (Häuser 15.1 und 15.2) sowie eine zweigeschossige Magistrale in die bestehende Klinikstruktur integriert. Diese Maßnahmen stärken die funktionale Vernetzung und schaffen moderne Raumstrukturen innerhalb des historischen Campus.
Zur Entlastung der innerbetrieblichen Verkehrssituation wurde im Haus 15.1 eine zweigeschossige Tiefgarage mit rund 260 Stellplätzen realisiert, die einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Standortorganisation leistet.
Im Rahmen der Zusammenlegung des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) wurden zudem die denkmalgeschützten Häuser 3, 4 und 5 umfassend saniert und in moderne, funktional optimierte Therapiehäuser umgewandelt. Die sensible Verbindung von Bestandserhalt und zeitgemäßer Nutzung stand hierbei im Mittelpunkt.
Als abschließendes Projekt wurde eine neue Entbindungsstation mit modernen Kreißsälen und Untersuchungsbereichen realisiert. Sie ergänzt das medizinische Angebot des Standorts um einen hochmodernen, patientenorientierten Bereich für die Geburtshilfe und rundet die Gesamtentwicklung des Klinikcampus ab.



