Im Rahmen der Erweiterung und umfassenden Modernisierung des Klinikstandorts Neukölln entsteht mit dem Neubaukomplex „Nordkopf“ eine neue, übergeordnete Rettungsstelle, ergänzt durch eine zeitgemäße Kindernotaufnahme. Der Neubau schließt unmittelbar an den bestehenden, architektonisch prägenden Kleihues-Bau an und führt dessen städtebauliche Sprache behutsam fort.
Die neu konzipierte Verkehrs- und Freianlagenplanung greift die gestalterischen Grundideen der ursprünglichen Architektur aus den 1980er-Jahren auf und entwickelt diese zeitgemäß weiter. Durch die Verknüpfung der einzelnen Freiflächen entsteht ein zusammenhängendes, harmonisches Gesamtbild, das den Standort in eine klare, übergeordnete gestalterische Ordnung überführt und zugleich heutigen funktionalen Anforderungen gerecht wird.
Die anspruchsvolle Höhenentwicklung sowie die äußerst beengten Grundstücksverhältnisse stellten dabei zentrale planerische Rahmenbedingungen dar und erforderten eine besonders sorgfältige Abstimmung aller Teilbereiche. Dennoch gelingt es, die verschiedenen Ebenen und Nutzungen zu einem stimmigen räumlichen Gefüge zu verbinden.
Die Eingangsmagistrale zum Haupteingang des Klinikums wird künftig durch einen hochwertigen Plattenbelag sowie eine großzügige Pflasterbänderung geprägt, ergänzt durch neu entwickelte Sitzelemente, die dem Ankunftsbereich eine klare gestalterische Identität und Aufenthaltsqualität verleihen.
Eine besondere planerische Herausforderung lag in der präzisen Verknüpfung der unterschiedlichen Verkehrsströme: Rettungs- und Notarzteinsätze treffen hier auf Selbsteinweiser, Parkplatzsuchende sowie Fußgängerbewegungen. Das daraus entwickelte übergeordnete Verkehrskonzept zur sicheren und effizienten Lenkung aller Besucher- und Patientenströme wurde in enger Abstimmung mit verschiedenen Fachgremien erarbeitet und kontinuierlich optimiert.
Auch die Entwässerung und Regenwasserversickerung stellte unter den beengten Verhältnissen – teilweise überbaut und stark verdichtet – eine komplexe Aufgabe dar, die durch innovative Lösungen im Bereich der Rigolenversickerung erfolgreich umgesetzt wurde.
Im Zuge der Gesamtmaßnahme wurde zudem als vorbereitender Baustein eine Hubschrauberlandefläche realisiert. Ziel war es, die Bauausführungszeit so kurz wie möglich zu halten, da der Luftrettungsverkehr während der Bauphase auf umliegende Kliniken ausweichen musste – eine logistisch anspruchsvolle Situation, die höchste Präzision in der Umsetzung erforderte. Innerhalb von nur vier Wochen konnte diese Maßnahme erfolgreich realisiert werden und bildet heute einen wichtigen Bestandteil der Notfallinfrastruktur des Standorts.



